Amnesty International Arbeitskreis Russland, Gruppe Erlangen

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Arbeitskreis Russland, Gruppe Erlangen

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Der Arbeitskreis Russland unserer Gruppe (Gruppe 1070 Erlangen) bearbeitet den Fall Rasul Kudajew.

Wir arbeiten uns in die Details dieses Falls ein und nehmen die Bestrebungen wieder auf, die Freilassung von Rasul Kudaev zu erreichen.

Rasul Kudajew war von 2002 bis 2004 im US-Gefangenenlager Guantánamo Bay auf Kuba festgehalten und anschließend nach Russland zurückgebracht worden. Er wurde dann dort am 23. Oktober 2005 wegen des Verdachts festgenommen, der Drahtzieher terroristischer Anschläge auf Regierungseinrichtungen vom 13. Oktober 2005 in Naltschik gewesen zu sein. Nach seiner Festnahme soll er vor seiner Überstellung in das Untersuchungsgefängnis SIZO im Gewahrsam der Polizeiabteilung für organisierte Kriminalität (UBOP) in Naltschik gefoltert worden sein. amnesty international liegen Photos und Aussagen von Augenzeugen sowie offizielle Dokumente vor, welche die Foltervorwürfe untermauern. Der Fall von Rasul Kudajew ist ein eklatantes Beispiel der gängigen Praxis russischer Polizeibeamter, inhaftierte Personen zu foltern oder zu misshandeln, um „Geständnisse“ von den Tatverdächtigen zu erpressen. Derartige Menschenrechtsverletzungen werden in der Regel von den Behörden nicht zum Gegenstand von Ermittlungen oder Strafverfahren gemacht (siehe UA 280/05 vom 27. Oktober und 8. Dezember 2005).

Rasul Kudaew, der sich inzwischen in einem Untersuchungsgefängnis in Naltschik in der russischen Republik Kabardino-Balkarien in Haft befindet, wird seit dem 11. März 2011 in einer Strafzelle festgehalten. Medizinische Versorgung wird ihm seither verweigert, obwohl er an zahlreichen Gesundheitsproblemen leidet und zuvor von Gefängniswärtern zusammengeschlagen worden sein soll. Am 23. Dezember 2014 wurde er zusammen mit 56 weiteren Gefangenen zu lebenslanger Haft verurteilt.

Rasul Kudajew - Ein Lebenslauf

(alle Informationen von Amnesty International und Aisha Maniar)

23.01.1978 Geburt von Rasul Kudajew
2001 Rasul Kudajew verließ Russland, um islamische Religion im Ausland zu studieren. In Afghanistan wurde er von den Taliban verhaftet. Verdacht: Russischer Spion. Schließlich wurde er in US-Haft übergeben und in Kandahar festgehalten.
2002 bis 2004 Gefangenschaft in Guantanamo ohne Anklage oder Gerichtsverfahren. Die USA beschuldigten ihn der Zusammenarbeit mit den Taliban.
März 2004 Rasul Kudajew wird mit anderen Gefangenen in russische Haft überstellt.
Juni 2004 Aus Mangel an Beweisen werden die Gefangenen, darunter Rasul Kudajew, wieder freigelassen. Jedoch werden ihm nach der Freilassung Ausweispapiere verweigert, weshalb er keine medizinische Versorgung für seine Verletzungen erhält.
13.10.2005 Eine Terrorgruppe verübte Anschläge auf russische Militärgebäude in Naltschik.
23.10.2005 Rasul Kudajew wurde festgenommen. Verdacht: Mitglied der Terrorgruppe. Geständnisse wurden unter Folter erzwungen.
November 2005 Erste Bilder kursieren, die zeigten, dass er und andere Gefangene gefoltert wurden und schwere Misshandlungen erdulden mussten.
2009 Erst vier Jahre später begann der Prozess: Rasul Kudajew beteuerte, dass er zu der Zeit des Anschlags daheim war. Dies bestätigten seine Mutter und ebenso Telefonanrufer, die ihn am 13.10.2005 daheim angerufen hatten. Presse: Süddeutsche Zeitung vom 19.5.2010
2013 Im August soll der Prozess zum Ende kommen. Anwälte glauben, dass die Gefangenen, darunter auch Rasul Kudajew, als schuldig erklärt werden. Presse: Eldiario vom 26.6.2013 (Spanien), Deutschlandradio Kultur vom 9.1.2014
23.12.2014 Alle 57 Angeklagten, die 2005 an einem bewaffneten Überfall auf die Stadt Naltschik teilgenommen haben sollen, wurden zu langen Haftstrafen verurteilt, unter ihnen auch Rasukl Kudajew. Menschenrechtler kritisieren die Härte der Ermittlungen. Angehörige der Verurteilten sprechen von Folter. Presse: Der Standard vom 23.12.2014 (Österreich), Deutschlandfunk vom 24.12.2014, Caucasian Knot vom 3.1.2015 (Memorial)

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