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Russischer Journalist tot aufgefunden

Timur Kuaschew schrieb für unabhängige Medien, engagierte sich für religiösen Dialog und die Opposition - und kam unter ungeklärten Umständen ums Leben. Eine Untersuchung soll es nicht geben. Artikel in der taz vom 7.8.2014


Pussy-Riots

Die Pussy-Riot-Aktivistin Nadeschda Tolokonnikowa berichtet über die Zustände in dem russischen Straflager, in dem sie inhaftiert ist. Siehe Artikel in der ZEIT Nr. 40 vom 26.9.2013 "Sie behandeln uns wie Vieh".


Natalja Estemirowa

Die russische Menschenrechtsverteidigerin und Journalistin Natalja Estemirowa hatte in Grosny für das Menschenrechtszentrum der russischen Nichtregierungsorganisation „Memorial“ gearbeitet und sich seit dem Beginn des zweiten Tschetschenienkrieges 2000 bemüht, Fälle von Menschenrechtsverletzungen in der Kaukasusregion aufzudecken. Dabei hatte sie auch immer wieder auf die Verwicklung der tschetschenischen Regierung und Sicherheitskräfte in Folter und Misshandlungen, das Verschwindenlassen von Menschen und außergerichtliche Hinrichtungen hingewiesen. Sie hat eng mit Amnesty International zusammengearbeitet.
Natalja Estemirowa wurde am 15. Juli 2009 vor ihrem Wohnhaus in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny von unbekannten bewaffneten Männern in ein Auto gezerrt und entführt. Einige Stunden später wurde ihre von Schusswunden versehrte Leiche in der benachbarten Republik Inguschetien gefunden. Obwohl sich niemand öffentlich zu der Tat bekannt hat, spricht vieles dafür, dass die 51-jährige aufgrund ihrer Menschenrechtsarbeit getötet wurde.


Natalja Estemirowa, Anzeige in den Nürnberger Nachrichten vom 15.7.2013

Michail Chodorkowski / Platon Lebedew

Michail Chodorkowski hatte im Zuge der Privatisierung der russischen Rohstoffwirtschaft in den neunziger Jahren mit dem Jukos-Konzern unter Ausnutzung von Steuervergünstigungen das wohl modernste Ölunter-nehmen Russlands aufgebaut und galt als reichster Mann Russlands. Er engagierte sich auch politisch und unterstützte im Vorfeld der Parlamentswahlen im Dezember 2003 auch Parteien, die in Opposition zum Kreml standen.
Anfang Juli 2003 war Platon Lebedew, Geschäftspartner Chodorkowskis, aus dem Krankenhaus heraus unter dem Vorwurf verhaftet worden, er habe Aktien eines Bergwerks illegal erworben. Eine gegen die Inhaftierung beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) eingereichte Klage hatte Erfolg und auch der Oberste Gerichtshof Russlands hat die Inhaftierung inzwischen als rechtswidrig bezeichnet. Am 25. Oktober 2003 wurde Michail Chodorkowski bei einer Zwischenlandung auf dem Flughafen von Nowosibirsk aus dem Flugzeug heraus verhaftet. Auch diese Verhaftung war Gegenstand einer an den EGMR gerichteten Beschwerde.
Im Dezember 2012 wurde das Strafmaß um zwei Jahre herabgesetzt. Am 19. Dezember 2013 wurde Michail Chodorkowski begnadigt und freigelassen.


Igor Kaljapin

Igor Kaljapin ist Vorsitzender der russischen Menschenrechtsorganisationen „IRCAT“ (Inter-Regional Committee Against Torture in Nischni Nowgorod) und der „JMG“ (Joint Mobile Group). Beide Menschenrechtsorganisationen haben sich vor allem für ihre Arbeit im Nordkaukasus großes Ansehen erworben.
Im Juli 2012 wurde Igor Kaljapin zum ersten Mal vom Ermittlungskomitee der Föderalregion Nordkaukasus verhört. Nach Angaben von „IRCAT“ wurden ihm Veröffentlichungen in verschiedenen Medien vorgehalten, in denen Menschenrechtsverletzungen durch tschetschenische Sicherheitsorgane und die mangelhaften Ermittlungen in solchen Fällen thematisiert wurden. Im September 2012 wurden JournalistInnen, die Kaljapin interviewt hatten und Personen, die sich in Petitionen für ihn eingesetzt hatten, ebenfalls zu Verhören einbestellt. Siehe PETITIONEN.


"Schwarze Falken" gegen islamistischen Terror

Im Nordkaukasus gehört der Terror seit vielen Jahren nahezu zum Alltag. Nun macht eine Art Bürgerwehr im Kaukasus macht Jagd auf islamistische Terroristen. Deutschlandfunk vom 4.3.2011

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